Trainingselemente im HO SIN DO

 

Grundschule (Kibon)
Die Grundschule ist das wichtigste Trainingselement beim HO SIN DO, da hierbei die benötigten Techniken zur Verteidigung und zum Angriff erlernt werden.
In der Grundschule werden die einzelnen Arm- und Beintechniken vom Meister erklärt, vorgeführt und von den Schülern unter ständiger Kontrolle des Meisters geübt. Die Techniken werden einzeln und als Kombinationen aus mehreren Techniken trainiert, um die Bewegungsabläufe zu optimieren.
 
Formen (Hyong)
Hyongs sind Übungsfiguren die aus verschiedenen Grundbewegungen bestehen. Diese Grundbewegungen verkörpern Angriffs- oder Verteidigungstechniken aus verschiedenen Stellungen (Kampf gegen mehrere imaginäre Gegner).
Für jeden Gürtelgrad gibt es verschiedene Hyongs, die in festgelegter Geschwindigkeit, Sauberkeit, Körperhaltung und geistiger Einstellung ein bestimmtes Bild ergeben müssen.
Die Hyongs laufen nach einem festen logischen Schema ab.
 
Einige Grundregeln für Hyongs:

1. Präzision der Ausführung (Hyong muss an der gleichen Stelle zu Ende geführt werden an der

    er begonnen hat)

2. Vorschriftsmäßige Haltung und Blickrichtung
3. Der Hyong muss mit rhythmischen Bewegungen ohne Steifheit ausgeführt werden

4. Bei den kritischen Punkten des Hyong sind die Körpermuskeln entweder angespannt oder werden

    entspannt

 
Drei-Schritt-Partnerübung (sam bo de ryen)
Die Drei-Schritt-Partnerübung ist eine abgesprochene Übung. Hierbei sind die Abwehr- und Angriffstechniken festgelegt.
Wie der Name schon sagt, wird bei der Drei-Schritt-Partnerübung drei mal mit einem Schritt und der gleichen Technik angegriffen und der Partner wehrt drei mal im zurückgehen ab. Danach wird mit einer festgeschriebenen Technik, sowie mit einem Kampfschrei (kiap), gekontert.
 
Ein-Schritt-Partnerübung (il bo de ryen)
Wie die Drei-Schritt-Partnerübung, so ist auch die Ein-Schritt-Partnerübung abgesprochen.
Abgesprochen in soweit, als das der Angreifer aus der "chon chin sgi„ -Stellung mit einem "kwon kongyok" vorgeht.
Es folgt auf den Angriff eine Abwehr, ein Angriff oder eine Abwehr-Angriff-Kombination mit Kampsschrei (kiap).
Die Variationen liegen hierbei bei demjenigen der abwehrt und kontert und sind für jeden Gürtelgrad unterschiedlich.
 
Selbstverteidigung (Hosinsul)
Bei der Selbstverteidigung werden Techniken wie Handbefreiung, Hebel, Würfe, Befreiung aus Umklammerung sowie weitere Befreiungstechniken geübt. Dieses wird im wesendlichen dadurch erreicht, dass man Hebel beim Gegner ansetzt und gezielt bestimmte Angriffspunkte attackiert. Man versucht die Kraft des Gegners durch umlenken der Bewegung auszunutzen, so dass man wenig eigene Kraft aufwenden muss.
Bei höheren Gürtelgraden kommt zur Selbstverteidigung die Messer- und Stockabwehr hinzu. Hierbei versucht man die Waffe des Gegners mit möglichst geringen Verletzungen abzuwehren. Ideal wäre eine Abwehr ohne eigene Verletzungen. Das wird aber, wegen der hohen Geschwindigkeit mit der im Regelfall ein Angriff erfolgt, nur sehr geübten Sportlern gelingen.
 
Bruchtest (Kekpa)
Der Bruchtest ist eigentlich kein Trainingselement. Er wird nur bei Vorführungen oder Prüfungen durchgeführt. Hierbei werden zur Verdeutlichung der Aufschlagskraft einer Technik Brettern, Dachziegeln, Steinen, Eisblöcken oder anderen Materialien durchgeschlagen
 
Waffentraining
Das Waffentraining mit dem Schwert (Kum), Nunchaku (Hosinbong) und Langstock (Danbong) ist den Dan-Trägern vorbehalten.
 
Pratzentraining
Pratzen sind Schlagpolster, welche es in Ausführungen für die Hände oder als Ganzkörperpratze gibt. Diese Pratzen ermöglichen es, alle Schläge, Stöße, Blöcke und Tritte mit voller Kraft auf ein Ziel zu üben. Man kann somit gut erkennen ob ein Tritt mit voller Kraft auf ein Ziel oder in sein eigenes Bein wirkt ohne das man dabei gleich sich oder seinen Partner verletzt.
 
Sandsacktraining
Der Sandsack stellt hierbei im Regelfall den menschlichen Gegner dar. Hier bieten sich die Möglichkeiten des Schnelligkeits-, Konditions- und Treffgenauigkeitstrainings wie beim Pratzentraining. Zudem gibt der Sandsack vom Gewicht her ein gutes Ziel für Sprungtechniken im HO SIN DO ab. Da er einigen Widerstand aufweist kommt er der Wirklichkeit näher als eine Pratze.
 
Konditionstraining
Beim Konditionstraining wird im Regelfall normales Technik-, Sandsack- oder Pratzentraining mit hoher Geschwindigkeit der Techniken oder langen Wiederholungsraten gemischt.

Im normalen HO SIN DO -Training bleibt meistens wegen der knappen Zeit das länger andauernde Konditionstraining auf der Strecke. Sinnvollerweise übt man lieber Techniken für Prüfungen. Ein zusätzliches Konditionstraining sollte jeder Sportler privat absolvieren (Schwimmen, Joggen und Radfahren).

 
Kampftraining
Da es im HO SIN DO keine eigenen Wettkämpfe mehr gibt, sondern nur traditionell trainiert wird, haben Sportler die an Wettkämpfen interessiert sind nur die Möglichkeit beim Kickboxen nach Kickboxregeln zu trainiert und zu kämpfen (siehe Regelwerk WAKO).
 
Schnelligkeitstraining

Um eine hohe Angriffsgeschwindigkeit zu erreichen ist es notwendig dieses auch zu trainieren. Beim Sportlers muss die innere Bereitschaft angeregt werden voll aus sich raus zugehen und mit der höchsten Schnelligkeit die man aufbringen kann anzugreifen. Der Meister fordert und treibt die Schüler dabei immer wieder bis an die Leistungsgrenzen.

 
Theorieunterricht
Neben dem körperlichen Training sollte auch das geistige Training (Theorieunterricht) nicht zu kurz kommen; was meist der Fall ist.
Je nach Verein und Trainer gibt es die unterschiedlichsten Arten von Theorieunterricht. Das geht los bei der Erklärung der koreanischen Techniknamen bis hin zur kompletten Philosophie des HO SIN DO. Wichtig ist jedoch, das ein DAN-Träger folgende Dinge beachtet:
 

- Betreibe das Training todernst

Nicht nur das man fleißig und ehrgeizig sein soll, sondern ein Gegner sollte immer gegenwärtig im Geist sein. Denn wenn man im richtigen Kampf ist, so kann ein Schlag oder Tritt alles entscheiden.
 
- Trainiere sowohl mit Herz als auch mit der Seele

- Richtiges Üben geschieht nicht nur mit Worten sondern mit dem ganzen Körper. Denn was man aus

  den Worten anderer lernt hat man sehr schnell wieder vergessen; was man mit seinem ganzen

  Körper gelernt hat, daran wird man sich sein ganzes Leben lang erinnern.

- Vermeide Eingebildetheit und Dogmatismus
- Jemand der in großen Tönen angibt wird niemals wahren Respekt ernten.
- Versuche, Dich selbst zu erkennen
- Nehme das Gute in der Arbeit anderer an. (gute Eigenschaften annehmen, schlechte vermeiden).

- Halte an den ethischen Regeln des täglichen Lebens fest, gleichgültig in der Öffentlichkeit oder im

  Privaten.

 

Wer andere erkennt, ist gelehrt.

Wer sich selbst erkennt, ist weise.

Wer andere besiegt, hat Muskelkräfte.

Wer sich selbst besiegt, ist stark.

Wer zufrieden ist, ist reich.

Wer seine Mitte nicht verliert, der dauert.

Laotse